Am anderen Ende der Welt wartet ein Land voller Abenteuer und Sehnsucht, ein Ort, der weiter von Deutschland kaum entfernt sein könnte und doch umso mehr fasziniert – Australien!
Unberührte Natur, endlose Weiten, pulsierende Metropolen, paradiesische Strände und ein entspannter Lebensstil laden ein, alles hinter sich zu lassen und die Freiheit der Ferne zu spüren.
Wer Australien einmal erlebt hat, wird dem Zauber dieses einzigartigen Landes verfallen und mit großer Wahrscheinlichkeit wieder zurückkehren wollen. Zu vielfältig und atemberaubend schön ist Down Under!
So erging es auch mir und Mike. Vor zehn Jahren reiste Mike entlang der Ostküste Australiens, und ich war vor acht Jahren ebenfalls dort unterwegs. Getrennt voneinander – denn damals kannten wir uns noch nicht – entdeckten wir jeder auf seine Weise einen Teil Australiens und seine unermesslichen Schätze. Für mich bleibt dieses Land unvergesslich: Meine erste Solo-Fernreise, die nur schöne Erinnerungen hinterlassen hat. Ich fuhr die Ostküste hinunter, begegnete wilden Tieren, traf unfassbar freundliche Menschen und erlebte eine der schönsten Reisen meines Lebens, die mich geprägt hat und mir meine Augen für immer geöffnet hat, meinen Traum einer Weltreise zu erfüllen!
Auch Mike war fasziniert: Seine erste Weltreise begann in Australien, und er verbrachte ganze sechs Monate an der Ostküste!
Nun sind wir gemeinsam zurück, um die Westküste zu erkunden – nicht mehr als Backpacker wie damals, sondern als Paar und reisen dieses Mal etwas langsamer und zwar zusammen. Die Vorfreude ist groß, und wir sind gespannt auf die neuen Abenteuer, die auf uns warten!
Perth – City of Lights
Die gemeinsame Australien-Reise startet für uns in Perth. Perth, die Hauptstadt Westaustraliens, wird als die „Stadt der Lichter“ bezeichnet, aufgrund eines besonderen Ereignisses im Jahr 1962 (wie wir während einer Stadtführung lernen durften).
Damals flog der US-amerikanische Astronaut John Glenn als erster Amerikaner um die Erde. Als er über Australien flog, schalteten die Einwohner von Perth und der nahegelegenen Stadt Rockingham alle ihre Lichter ein, um ihn zu grüßen und ihre Unterstützung zu bekunden. Dieses Lichtermeer war vom Weltraum aus sichtbar. Die Aktion war ein Zeichen der Begeisterung und Unterstützung für das Weltraumprogramm und hat Perth diesen besonderen Spitznamen eingebracht. Seitdem ist Perth als „City of Lights“ bekannt und wird mit diesem einzigartigen Moment in der Raumfahrtgeschichte verbunden. Diesen Spitznamen verdankt die Stadt jedoch auch dem Fakt, dass keine andere australische Großstadt so viele Sonnenstunden hat wie Perth. Fast das ganze Jahr über scheint hier die Sonne an nahezu jedem Tag für acht Stunden. Darüber hinaus bietet Perth zahlreiche traumhafte Strände sowie mit dem Kings Park einen der größten Stadtparks der Welt. Hört sich doch perfekt an, oder? Daher war uns bereits seit dem ersten Tag an klar, dass wir hier einen Monat lang verweilen werden, um richtig in die Stadt und dessen Flair einzutauchen.




Unsere neuen Fahrräder
Für unsere Zeit in Australien haben wir uns entschieden, uns Fahrräder anzuschaffen. Tatsächlich wurden wir auch sehr schnell fündig: In einem Geschäft, das wirklich alles rund um Haus, Garten und Familie verkauft, entdeckten wir zwei Fahrräder – neu, schön und auch noch innerhalb unseres Budgets. Ein kleiner Nachteil war jedoch, dass wir die Fahrräder selbst zusammenbauen mussten. Für Mike war das aber kein Problem, und so waren unsere beiden neuen Begleiter recht schnell fahrbereit. Mit großer Vorfreude starteten wir zur ersten Fahrt – direkt vom Parkplatz des Geschäfts zurück zu unserem Apartment.


Kaum hatten wir uns auf die Räder geschwungen, begann es zu regnen (so viel zum Thema „8 Sonnenstunden pro Tag“). Der Regen war so stark, dass wir von Kopf bis Fuß komplett durchnässt und ordentlich durchgefroren zuhause ankamen. Zuerst mussten wir uns eine warme Dusche gönnen, denn wir waren – wie echte Anfänger – ganz ohne passende Kleidung unterwegs gewesen. Naja, wie sagt man so schön: „Shit happens“.


Leider war unsere Freude über die neuen Bikes nur von kurzer Dauer. Fünf Tage nach dem Kauf fuhren Mike und ich an einem ganz normalen Tag zur Bibliothek, um dort zu arbeiten. Während einer kurzen Pause ging ich hinaus, um den Kopf freizubekommen, und konnte meinen Augen kaum trauen: Die Fahrräder waren weg! Unser Schloss war aufgebrochen und Mikes Fahrrad gestohlen. Mein Bike schien der Dieb jedoch nicht interessiert zu haben … good for me!
Wir mussten den Diebstahl bei der Polizei melden, allerdings glauben wir nicht daran, dass der Täter gefasst wird, da Fahrraddiebstähle in Perth in den letzten Jahren leider stark angestiegen sind, wie uns die Polizei mitteilte.
Perth mit dem Fahrrad erkunden
Immerhin konnten wir an unserem zweiten Wochenende in Perth unsere neuen Fahrräder nutzen, um ein bisschen von der Stadt zu sehen. Perth lässt sich hervorragend mit dem Fahrrad erkunden, denn die Stadt ist sehr zweiradfreundlich und bietet viele Fahrradwege. Besonders die Strecken entlang des Swan Rivers waren wunderschön; wir konnten viel entdecken, hatten jede Menge Spaß und haben die Gelegenheit genossen, einen Teil von Perth auf diese Weise zu erkunden.






Wer uns kennt, weiss, dass wir uns nicht so leicht aus der Bahn bringen lassen und von daher haben wir für Mike doch noch ein gebrauchtes Fahrrad online erworben und cruisen nun doch wieder durch Perth! Die Welt ist wieder in Ordnung und die Taschen um 200€ leerer, aber uns geht es gut! Geld kommt und geht, aber diesen Moment und die gemeinsame Zeit hier erleben wir nur jetzt und die Erinnerungen, die wir uns erschaffen, kann uns niemand rauben!
“Und deshalb ist er so kostbar, der Moment, jeder Moment, den wir erleben, einatmen und wahrnehmen, denn wenn wir ihn sehen, spüren und annehmen, dann verstehen wir, dass es keine Rolle spielt, wie viel Zeit uns noch für später bleibt, da alles, was wir jetzt haben, für diesen einen Moment immer genug ist”. – Vera Birkenbihl
Hallo Partei und Mike!
Wie immer ein sehr schöner und poetischer Reisebericht. „Shit happens“ aber was sooll’s!
Ich wünsche euch weiterhin wunderbare Momente und eine problemfreie Reise!
Big Hug, Sepp