Es gibt Orte, die sich ins Gedächtnis einbrennen, wie das erste Mal das Opera House in Sydney zu sehen oder die weltberühmte Great Ocean Road entlang zu fahren. Rottnest Island ist so ein Ort. Eine kleine Insel vor der Westküste Australiens, nur eine Fährfahrt von Fremantle entfernt, aber gefühlt Lichtjahre entfernt vom Alltag. Ein Paradies, das sich nicht mit großen Worten, sondern mit Erlebnissen beschreibt. Und Quokkas. Viele, viele Quokkas.
Die Überfahrt – Ein Ticket ins Glück
Ich muss gestehen, dass mir bei der Vorstellung, auf die Fähre zu steigen, etwas mulmig war – Seekrankheit ist nicht gerade die beste Begleitung auf Reisen. Doch zu meiner Erleichterung dauerte die Fahrt nur 30 Minuten, und das Meer zeigte sich gnädig. Der Wind peitschte über das Deck, das Wasser funkelte in allen Blau- und Türkistönen, und irgendwo am Horizont tauchte eine Insel auf, die mich und Mike für einen Tag in ihren Bann ziehen sollte.
Ankunft. Die ersten Sonnenstrahlen, die sich auf der hellen Sandküste spiegelten, empfingen uns wie ein Willkommensgruß von Mutter Natur höchstpersönlich. Wir traten auf festen Boden – und stolperten direkt in die Arme der vielleicht süßesten Lebewesen dieses Planeten.




Quokkas – Die wahren Stars der Insel
Man kann von Stränden, türkisfarbenem Wasser und atemberaubenden Küsten sprechen, aber Rottnest hat ein Ass im Ärmel: Quokkas. Diese kleinen Beuteltiere sind nicht nur unfassbar putzig, sondern auch die lebende Verkörperung von guter Laune. Es dauert keine fünf Minuten, bis man dem ersten dieser neugierigen Fellknäuel begegnet. Und ja, sie grinsen wirklich!
Natürlich konnten wir nicht widerstehen. Wie Touristen im Pflichtprogramm haben wir uns auf den Boden gekniet, die Kamera gezückt und Selfies mit den tierischen Inselbewohnern geschossen. Ob es ihr Lächeln ist oder die Gelassenheit, mit der sie durch das Leben hüpfen – Quokkas haben eine unheimliche Wirkung auf die Stimmung.




Inselerkundung – Mit dem Hop-on-Hop-off-Bus ins Abenteuer
Aber Rottnest ist mehr als nur Quokkas. Also stiegen wir in den Hop-on-Hop-off-Bus – das bequemste Fortbewegungsmittel auf der Insel – und ließen uns von Haltestelle zu Haltestelle treiben. Keine Anstrengung, kein Stress, nur entspannte Fahrten entlang der Küste, die uns von einem atemberaubenden Aussichtspunkt zum nächsten brachten.
Wir hielten an der Little Salmon Bay, bestaunten das glasklare Wasser und genossen die Sonnenstrahlen auf unserer Haut.

Weiter zur West End, wo die Wellen mit brachialer Schönheit gegen die Felsen krachten. An einem der Aussichtspunkte wurden wir zusätzlich mit einem unvergesslichen Anblick belohnt: In der Ferne tauchten Wale auf, während Delfine verspielt durch die Wellen sprangen. Es war ein hypnotisierender Moment – die anmutigen Meeressäuger tauchten auf, sprangen aus dem Wasser und verschwanden wieder in den unendlichen Weiten des Ozeans.


Doch die Natur hatte noch mehr Überraschungen für uns parat. Während wir auf einem Pfad durch das Buschland wanderten, entdeckten wir unsere erste Schlange. Sie schlängelte von einer Straßenseite zur anderen und ihre schimmernden Schuppen reflektierten das Sonnenlicht. Ein kurzer Moment der Ehrfurcht – Respekt und Faszination zugleich. Dann schlängelte sie sich langsam davon, als wäre sie nur ein flüchtiger Schatten in der wilden Schönheit dieser Insel.



Ein Abschied mit Wehmut
Ein Tag auf Rottnest Island reicht nie. Er ist wie ein köstliches Essen, bei dem man sich wünscht, der Teller wäre unendlich tief. Doch irgendwann kam der Moment, an dem wir wieder auf die Fähre mussten. Der Blick zurück – die untergehende Sonne tauchte die Insel in ein warmes Gold. Ein Stück von uns blieb dort, zwischen den grinsenden Quokkas und dem salzigen Wind.
Aber vielleicht ist es genau das, was solche Orte ausmacht. Sie lassen dich gehen, aber nicht los.
Wer Westaustralien bereist, kommt um Rottnest Island nicht herum. Ein Tag reicht, um sich zu verlieben – aber nicht, um genug zu bekommen. Ob mit dem Bus, mit dem Fahrrad, im Wasser oder einfach nur mit einem Quokka-Selfie: Diese Insel nimmt dich mit, um dich nie ganz loszulassen.
Und ehrlich – wer kann schon widerstehen, wenn er von einer Armee lächelnder Quokkas empfangen wird?
Liebe Patri,
Diese Insel hat deine Kunst der Poesie zur vollen Blüte entfaltet! So schön, wie du schwärmst!!!
Alles Liebe, Sepp
🙂 danke dir!! Es war auch wirklich ein toller Tag 😀