Brasilien – der größte Staat auf dem südamerikanischen Kontinent und ein Land mit vielfältiger Natur und Kultur. Brasilien ist ein Mix aus Traumstränden, historischen Städten, pulsierenden Metropolen und purer Lebensfreude. Es ist laut, extrem heiß und voller Leben und irgendwo erklingt stets Musik oder man hört den Klang einer Trommel.

Mike und ich haben hier knapp drei Monate verbracht und es genossen, in Ruhe zu reisen, um jeden Ort wirklich zu erleben und auf uns wirken zu lassen. 

Nach 10 Tagen, die wir mit der Nomad Cruise auf dem Atlantik von Europa nach Brasilien verbracht haben, waren wir glücklich, unseren ersten Aufenthalt in Salvador zu verbringen.

Salvador da Bahia

Die Hafenstadt hat uns mit ihrer Mischung aus afrikanischer und brasilianischer Kultur, der wunderschönen Altstadt Pelourinho mit ihren Kolonialgebäuden und einer tropischen Küste in ihren Bann gezogen. Eine Woche haben wir hier verbracht und uns von der brasilianischen Lebensfreude anstecken lassen.

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Bereits in den frühen Morgenstunden hörten wir aus unserem Apartment Musik erklingen und die ersten Sonnenschirme wurden auf der Strandpromenade aufgestellt. Von unserem Fenster aus konnten wir das Treiben auf der Strandpromenade beobachten. Hier musste man einfach früh aufstehen, um den Tag zu genießen.

Die lebendige und vibrierende Altstadt Pelourinho zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und lockt mit ihren Kirchen, Gebäuden, kopfsteingepflasterten Straßen und Plätzen viele Touristen an. Hier pulsiert das Leben regelrecht und man kann Capoeira-Vorführungen bewundern oder sich von afro-brasilianischen Trommelgruppen, die durch die Straßen ziehen, mitreißen lassen. Ein weiterer Anziehungspunkt der Altstadt ist, dass der King of Pop, Michael Jackson, hier ein Musikvideo (They don’t care about us) gedreht hat, wodurch dieses Viertel an Bekanntheit gewonnen hat. Pelourinho ist geprägt von Restaurants, Kleider- und Souvenirladen sowie Kunsthandlungen und Ateliers.

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Doch Vorsicht ist geboten, denn man sollte darauf achten, nicht in die Touristenfalle zu tappen. Mike und ich ließen uns von Straßenkünstlern typische Bahia-Zeichen auf die Haut malen lassen, ohne vorher über den Preis zu sprechen. Wir hätten jedoch niemals damit gerechnet, dass man von uns 200 Brasilianische Pesos verlangen würde! Das entspricht rund € 40,00! Doch auf Mike ist Verlass – er lässt sich nämlich nicht so leicht übers Ohr hauen und handelte den Preis mit den beiden Straßenkünstlern auf € 4,00 herunter. Damit waren beide ziemlich zufrieden! 

Was uns in Salvador ebenfalls sehr gefallen hat, war es, den Sonnenuntergang vom Leuchtturm Barra aus zu beobachten. Hier treffen sich am Abend nicht nur Touristen, sondern auch viele Einheimische, um vom Leuchtturm aus die Sonne ins Meer sinken zu sehen und dabei ein kühles Getränk zu genießen und der Musik zu lauschen, die gespielt wird.

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Itacaré – unser kleines Paradies

Unsere nächste Etappe war der Badeort Itacaré. Von der Großstadt Salvador aus sind wir mit dem Reisebus ca. 5 Stunden gefahren und befanden uns im wunderschönen und idyllischen Ort Itacaré. 

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Es war bereits Abend und dunkel, als wir ankamen, aber wir haben recht schnell die chillige und hippe Atmosphäre gespürt, die dieser Ort an der Kakaoküste von Bahia ausstrahlt. Unsere Unterkunft befand sich direkt am Hafen und war kleiner als es auf den Bildern aussah…aber Mike und ich sind auch recht groß gewachsen und die Brasilianer haben ganz andere Maße als wir Europäer, sodass wir uns unsere zwei Wochen in dem Ort ziemlich einkuscheln mussten. Na ja, es gibt schlimmeres!

Itacaré ist bei Surfern sehr beliebt und von daher war uns klar, dass es hier besonders schön werden würde; denn da wo Surfer sind, existiert so gut wie immer eine lockere und gelassene Atmosphäre.

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Das Zentrum von Itacaré besteht hauptsächlich aus einer Hauptstraße (Rua Pedro Longo), die viele Restaurants, Cafés, Souvenirgeschäfte und kleine Märkte aufweist. Was uns hier besonders gefallen hat, ist, dass es am Abend keinen Autoverkehr gibt und das Spazieren ziemlich entspannt ist.

Wie eingangs erwähnt, liegt Itacaré an der Kakaoküste. Also haben Mike und ich es uns nicht nehmen lassen, eine Kakaofarm zu besuchen, um etwas über die Geschichte und den Anbau des Kakaos zu erfahren. Für uns beide war es tatsächlich die erste Begegnung mit der Kakaofrucht!

Als wir auf dem Parkplatz der “Fazenda” (Farm) angekommen sind, waren wir umgeben von Palmen und grüner Vegetation. Die Straße war ruhig und die Sonnenstrahlen waren bereits recht warm auf unserer Haut. Bei unserer Anmeldung wurde uns mitgeteilt, dass bedauerlicherweise der Strom ausgefallen sei und man uns den Herstellungsprozess nicht in Gänze zeigen könne. Des Weiteren konnte der Guide ebenfalls kein Englisch, sodass ich versucht habe, durch mein Spanischwissen, Mike alles weiterzugeben. Dies war nicht ganz einfach, da ich selber Portugiesisch nicht gelernt habe und versucht habe, den Sinn herauszufiltern. Glücklicherweise waren die Schritte des Herstellungsprozesses auf Schildern in Englisch festgehalten, sodass wir nachlesen konnten, was der Gruppe auf Portugiesisch erzählt wurde.

Unter anderem haben wir gelernt, dass für die Herstellung von Schokolade nur die dunklen Kerne der Kakaobohne verwendet werden. Aus dem weißen Fruchtfleisch wird Saft hergestellt, der in Bars verkauft wird. Am Ende der Tour gab es für uns einige leckere Kostproben, die wir sehr genossen haben und mit denen wir gar nicht gerechnet hatten. Wahrscheinlich als kleine Wiedergutmachung für den ausgefallenen Strom.

Heiligabend auf Itacaré

Ein für uns besonderes Erlebnis in Itacaré war es, Heiligabend mit einer brasilianischen Familie verbracht zu haben. Unsere Vermieter haben uns direkt am Kennenlerntag zu sich nach Hause eingeladen, um Weihnachten zu feiern. Wir haben uns natürlich sehr über die Einladung gefreut und sie angenommen. 

Heiligabend spielte sich bei der brasilianischen Familie ganz anders ab, als wir es bisher kannten. Alle saßen im Vorgarten auf klapprigen Stühlen oder auf der niedrigen Mauer am Hauseingang. Ein kleiner Tisch war mit einigen Vorspeisen hergerichtet, an denen jeder etwas auf die Hand nehmen konnte. Der Gastgeber hatte einen selbstgebauten Grill auf zwei Ziegelsteinen aufgestellt und grillte einen riesigen Fisch, den er im Atlantik selbst gefangen hatte. Immer wieder schnitt er etwas vom Fisch ab und verteilte Stücke an die Gäste. Speziell für mich wurde Hummus  und Falafel vorbereitet, da ich Vegetarierin bin. Die Atmosphäre war super entspannt, alle haben miteinander geredet und viele Geschichten mit uns geteilt. Nachdem so langsam der Fisch aufgegessen wurde, kam das Dessert. Es gab typisch brasilianischen Kuchen (Banoffee) und zwischendurch wurden Geschenke an die Kinder verteilt und aufgemacht. Es gab keine besonderen Regeln an dem Abend. Alles war ganz spontan und zwanglos und wir saßen noch ziemlich lange mit der Familie draußen zusammen und haben diesen Weihnachtsabend in sehr guter Erinnerung.