Die Insel Nusa Penida – ein verborgener Schatz im Archipel Indonesiens. Dieser Satz hat mich auf Anhieb gepackt und mich verlockt hier mit Mike einige Tage zu verbringen. Die Fotos auf den sozialen Medien hatten mich in ihren Bann gezogen und ich wollte diese Schönheit mit meinen eigenen Augen erleben und wollte wissen, ob diese Insel wirklich so traumhaft ist, wie auf all den Bildern.
Also haben Mike und ich die Bootstickets ab Bali gekauft. Nusa Penida ist nämlich nur eine kurze Bootsfahrt von Bali entfernt. Für mich war es dennoch wenig beruhigend zu wissen, dass es nur 45 Minuten per Speedboot dauern würde, bis man den Hafen erreicht. Ich bekomme bereits Magenkrämpfe, wenn ich einen Fuß auf ein Boot setze. Ja – ich bin seekrank und habe bereits sehr schlimme Erfahrungen sammeln dürfen in der Vergangenheit. Aber da musste ich jetzt durch…es ging nicht anders.
Mike hatte unsere Rucksäcke abgegeben und ich nahm meinen Platz im Boot ein. Kaum einige Minuten später, fing mein ganzer Körper an verrückt zu spielen und auf dieser doch so kurzen Fahrt, hatte ich meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle. Schweißattacken überkamen mich. Ich konnte meine Augen nicht offenhalten und mein Magen fühlte sich an, als sei er in einer Waschmaschine gefangen, die nicht aufhört sich zu drehen. Einige Augenblicke später hörte ich mich zu Mike sagen: „ich muss hier raus – ich halte es nicht aus. Ich kann nicht mehr” und Mike legte seine Arme um mich und sagte “Schatz, das geht nicht, wir sind auf offener See”. Mein Kopf war so schwer geworden, dass ich ihn auf den Vordersitz in meine Arme verschränkt gelegt hatte und die Tränen liefen meine Wangen herunter. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit Nusa Penida erreicht hatten und ich in Richtung Tür getummelt bin, konnte ich meine Beine nicht mehr spüren und bin vor den Füßen der Bootsleute gefallen. Meine Beine waren wie Gummi und ich konnte nicht aufstehen – hinter mir war die Menschenschlange, die an mir vorbeigelaufen ist und zu mir herab geschaut hat, wie ich da auf dem wackeligen Steg lag und wahrscheinlich gedacht hat ich hätte zu viel Alkohol intus. Ich weiss nur noch, wie Mike unsere Rucksäcke abgelegt hat und mich hochgehoben und mich vom Steg runtergetragen hat, während ich laut losgeheult habe und nicht mehr klar denken konnte.
Bootfahren ist für mich immer ein Kampf und ist mit viel Angst verbunden. Angst vor dem, was mir passieren kann. Angst, wieder so hilflos zu sein und den eigenen Körper nicht kontrollieren zu können. Dieses Gefühl ist für mich das Schlimmste. Leider war der restliche Tag für mich gelaufen, da ich mich in unserem Bungalow verkrochen und geschlafen habe. Zum Glück hatten wir noch 2 weitere volle Tage auf der Insel und konnten sie erkunden.
Nusa Penida besticht tatsächlich durch ihre malerische Landschaft, die von dramatischen Klippen, weißen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser geprägt ist.
Für den ersten Erkundungstag haben wir eine private Tour gebucht und konnten so die Sehenswürdigkeiten der Insel abklappern. Die Infrastruktur auf Nusa Penida mag weniger entwickelt sein als auf Bali, aber genau das verleiht der Insel ihren authentischen Charme. Aufgrund der begrenzten touristischen Einrichtungen konnten wir die Natur in ihrer reinsten Form erleben und die Hektik des modernen Lebens hinter uns lassen.
Kelingking Beach
Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Insel ist zweifellos der Kelingking Beach. Die markante Felsformation ähnelt dem Schwanz eines Dinosauriers und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf das schimmernde Meer.



Der von weißen Sandstränden gesäumte Strand strahlt eine Aura von Unberührtheit aus und ist ein Paradies für Fotografen und Naturliebhaber gleichermaßen. Die Aussichtsplattform an der Kante der Klippen ist der perfekte Ort, um den spektakulären Anblick zu genießen und unvergessliche Erinnerungen festzuhalten. Diese Aussicht gefällt nicht nur den Touristen, sondern auch den süßen Äffchen, die sich hier ansammeln und die Besucher bespaßen.


Kelingking Beach ist auch ein Ort, der die Verbindung zur Natur vertieft und den Geist beruhigt. Dieses Naturspektakel erinnert mich daran, wie mächtig und beeindruckend die Erde sein kann. Ein Besuch ist die perfekte Gelegenheit, sich inmitten der Natur zu verlieren und die Schönheit unseres Planeten in ihrer reinsten Form zu erleben.
Angel’s Billabong und Broken Beach
Die verzaubernde Insel Nusa Penida verbirgt zwei bemerkenswerte Schätze: Angel’s Billabong und Broken Beach. Diese Orte entführen die Besucher in eine Welt surreal wirkender Schönheit und unberührter Wildnis.
Angel’s Billabong, ein natürlicher Felsenpool, erweckt den Eindruck, als hätte die Erde selbst ein Juwel geschaffen. Das smaragdgrüne Wasser trifft auf raue Felsformationen, die einen malerischen Pool bilden. Ein natürlicher Infinity-Pool, umgeben von Korallen und Gesteinsformationen. Einfach traumhaft, wie Angel’s Billabong das Glitzern der Sonne einfängt und einlädt hier zu baden.



Weiter ging es für uns zum Broken Beach. Einer Bucht, die ihre eigene Geschichte erzählt. Hier trifft das ungestüme Meer auf eine natürliche Brücke aus Felsen, die die Küste verbindet. Ein kreisförmiger Einschnitt im Felsen schafft eine Verbindung zwischen der Innenbucht und dem offenen Ozean. Eine wunderschöne Kulisse, die uns sofort in ihren Bann gezogen hat. Das tiefe Blau und das leuchtende Türkis verschmelzen mit den kunstvollen Formen der Felsen zu einem Meisterwerk der Natur. Diese Orte laden ein, die Zeit zu vergessen und in die Ruhe und das Wunder der natürlichen Welt einzutauchen…wären da nicht die Massen an Touristen, die mich von meinen Tagträumen rausgeholt haben, als ein Selfiestick vor meinen Augen auftauchte.


Für den nächsten Tag haben wir uns wieder einen Scooter geliehen und sind auf eigene Faust aufgebrochen. Es hat so viel Spaß gemacht, durch die kleinen Straßen, die mit Palmen gesäumt waren, zu fahren und die Zeit zu vergessen. Wir haben auf diese Weise viel mehr von der Insel mitgenommen und sind tatsächlich an den Teletubbie Hills vorbeigefahren bzw. haben dort einen Stopp eingelegt. Sie sahen wie große, flauschige und abgerundete Berge aus. Aber die Insel hat uns noch viel mehr Schönes geboten, wie z.B. den Diamond Beach.





Diamond Beach
Dieser Strand hat uns den Atem geraubt. Wir sind morgens losgefahren, um den Touristenmassen zu entgehen. Der Strand trägt nicht nur seinen Namen, sondern funkelt auch wie ein Diamant am Horizont und ist ein Juwel, das die Seele berührt. Diese Aussicht war spektakulär und die großen Klippen ragen hoch über dem Wasser empor und schaffen eine majestätische Kulisse, die wie ein Traum wirkt. Von oben aus haben wir die Sicht bewundert und konnten sogar viele Wasserschildkröten sehen. Es war ein magischer Ort und wir saßen hier noch sehr lange und haben einfach den Moment genossen und die Gedanken schweifen lassen.



Manta Viewpoint
Ein weiteres Highlight für uns war der Manta Viewpoint. Die Fahrt dorthin war bereits paradiesisch und beeindruckend zugleich. Wir lieben es durch die kleinen Wege zu fahren, rechts und links von Grünem umgeben zu sein und überall Palmen zu sehen, die uns Schatten schenken. Solche naturbelassenen Straßen haben mir auf Bali gefehlt.
Aber zurück zum Manta Viewpoint. Als wir angekommen sind, begrüßte uns ein Schild mit der Aufschrift “stairway to heaven”. Ja – es ging ziemlich steil runter und nur wer lebensmüde ist, wagt hier einen Schritt bergab. Es gab auch keine Treppen oder dergleichen, also sind wir natürlich oben geblieben und haben an diversen Aussichtspunkten die Umgebung bewundert. Mantas konnten wir leider nicht sichten, aber dafür jede Menge Wasserschildkröten. Es war traumhaft und ein wahres Stück Paradies.


Nusa Penida ist zweifellos ein Juwel. Die Mischung aus atemberaubender Schönheit, aufregenden Aktivitäten und einer reichen Kultur macht diese Insel unvergesslich. Nusa Penida hat unser Herz und Seele berührt und hat sich als ein Stück unberührtes Paradies offenbart.
Liebe Patri, habe gerade deinen Bericht gelesen und bin sehr beeindruckt von deinem Schreibstil. Es ist alles so malerisch geschrieben, dass man das Gefühl hat, man ist auch ein Stück dabei. Die schönen Fotos runden deinen Bericht ganz mächtig auf.
Dass du so leiden musstest bei der Bootsfahrt, das ist schon sehr tragisch, aber ich bin ganz stolz auf dich, dass du „Deine große Angst“ überwinden wolltest. Das ist sehr mutig und es hat dich vor allem mit einer sehr fantastischen Naturerlebnis-Insel belohnt.
Ich freue mich auf den nächsten Bericht von Dir, von Rumänien.
Alles Liebe bis zum Samstag.
Dagmar
Vielen Dank Dagmar. Ja, es war wirklich schlimm für mich und etwas stolz bin ich auch auf mich, dass ich es letztendlich geschafft habe. Vielleicht wird es dann auch besser für mich eines Tages :-).
Liebe Grüße und bis bald,
Patri