Das Jahr 2024 begann für mich mit einem Moment, der wie ein Traum klingt: Silvester auf der legendären Copacabana in Rio de Janeiro. Umgeben von 400 digitalen Nomaden und Nomadinnen, verabschiedete ich das alte Jahr und begrüßte das neue mit einem Feuerwerk am Horizont und einer Mischung aus Vorfreude und Ungewissheit im Herzen.

Damals wusste ich noch nicht, dass dieses Jahr mein Leben komplett verändern würde. Ich war voller Tatendrang, aber ohne klaren Plan. Mein Kopf war ein Puzzle aus Ideen, doch die einzelnen Teile wollten einfach nicht zusammenpassen.

Der Wendepunkt: Klarheit bei einem Glas Vino

Ein paar Wochen später saß ich mit Mike in Argentinien – in einem kleinen Café, umgeben von der lebendigen Energie dieses Landes. Es war einer dieser Abende, an denen man über alles spricht: die großen Träume, die kleinen Ängste, die Pläne, die vielleicht nie das Licht der Welt erblicken.

Doch dieses Mal war es anders. Mit jedem Satz, den wir sprachen, schien sich der Nebel in meinem Kopf zu lichten. Ich sah plötzlich alles klar vor mir: keine verschwommenen Visionen mehr, sondern konkrete, realistische Ziele. Es fühlte sich an, als hätte jemand einen Schalter umgelegt.

Noch am nächsten Morgen begann ich, meine Gedanken in Worte zu fassen. Ich schrieb alles auf – meine Vision, meine kurz- und langfristigen Ziele und die Schritte, die nötig waren, um sie zu erreichen. Das war der Moment, in dem mein Jahr 2024 wirklich begann.

Vom Traum zum Plan – und vom Plan zur Realität

Was folgte, war kein einfacher Weg, aber ein unglaublich erfüllender. Ich nahm mein Ziel Schritt für Schritt in Angriff. Aus den vagen Träumen, die mich so lange begleitet hatten, wurden greifbare Projekte. Die kleinen, aber beständigen Fortschritte gaben mir die Kraft, weiterzumachen.

Im Oktober war es dann soweit: Ich gründete mein Unternehmen. Ein einziges Formular, eine Unterschrift – und plötzlich war das, woran ich monatelang gearbeitet hatte, offiziell. Ich war Unternehmerin.

Dieser Moment war für mich mehr als nur ein bürokratischer Akt. Es war der Beweis, dass alles möglich ist, wenn man bereit ist, den Mut aufzubringen und konsequent an sich zu glauben.

Von der Vorstandsassistentin zur digitalen Nomadin

Noch vor ein paar Jahren sah mein Leben ganz anders aus. Ich war Vorstandsassistentin in einem DAX-Konzern – ein Job, der auf dem Papier glänzte. Ein sicherer Arbeitsplatz, eine feste Karriereleiter, ein gutes Gehalt. Von außen betrachtet schien alles perfekt.

Doch in mir regte sich eine Unzufriedenheit, die ich lange Zeit ignorierte. Mein Alltag war durchgetaktet, meine Wochen füllten sich mit To-do-Listen und dem ständigen Streben nach Perfektion. Ich lebte in einer Welt voller Struktur und Sicherheit, aber ich fühlte mich zunehmend wie ein Zahnrad in einer riesigen Maschine. Es fehlte etwas – Freiheit, Kreativität, Selbstbestimmung.

Ich erinnere mich noch gut an die Tage, an denen ich von einem Fernweh geplagt wurde, das ich nicht abschütteln konnte. In den kurzen Urlauben, die ich mir gönnte, entdeckte ich eine andere Seite des Lebens: ungezwungen, voller Möglichkeiten und unendlich inspirierend. Diese Momente weckten in mir die leise, aber stetige Frage: „Ist das alles? Oder könnte da noch mehr sein?“

Der Gedanke, alles hinter mir zu lassen und meinen eigenen Weg zu gehen, war zunächst erschreckend. Doch mit der Zeit wuchs in mir die Überzeugung, dass ich dieses Leben – so sicher und strukturiert es auch sein mochte – nicht weiterführen wollte. Ich begann, mich mit der Welt des digitalen Nomadentums auseinanderzusetzen, las unzählige Geschichten von Menschen, die den Schritt gewagt hatten, und spürte: Das könnte mein Weg sein.

Heute bin ich genau dort, wo ich sein möchte. Mein Büro ist kein steriler Konferenzraum mehr, sondern eine Hängematte am Strand, ein Café mit Meerblick oder ein stiller Ort in den Bergen. Meine Arbeitstage richten sich nicht mehr nach der Uhr, sondern nach meiner Energie und Kreativität.

Ich lebe aus meinem Rucksack, mein Zuhause ist dort, wo ich gerade bin. Es gibt keine festen Grenzen mehr, weder geografisch noch in meinem Kopf. Der Wechsel von der Vorstandsassistentin zur digitalen Nomadin war kein einfacher Schritt – er war ein Sprung ins Unbekannte. Aber es war der beste Sprung meines Lebens.

Dankbarkeit und Rückblick

2024 hat mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich wachsen lassen. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, und dankbar für die vielen Menschen, die mir auf diesem Weg begegnet sind. Sie haben mir neue Perspektiven auf das Leben gezeigt, mich inspiriert und motiviert, meinen eigenen Weg zu gehen.

Danke, 2024, für jeden Moment, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Für die Herausforderungen, die mich stärker gemacht haben, und für die magischen Augenblicke, die mir gezeigt haben, dass ich genau dort bin, wo ich sein möchte.

Danke an mich selbst – für meinen Mut, meine Träume nicht nur zu träumen, sondern sie Schritt für Schritt in die Realität umzusetzen.

Ein Ausblick auf 2025

Während ich diesen Blogpost schreibe, denke ich schon an das kommende Jahr. Die Reise geht weiter, und ich freue mich auf alles, was vor mir liegt. Neue Projekte, neue Begegnungen, neue Abenteuer.

Das Leben ist ein Geschenk – und ich habe gelernt, es voll und ganz anzunehmen.