Als wir uns entschieden haben Laos zu besuchen und dort einige Zeit zu verbringen, haben wir nicht viel erwartet und auch im Vorfeld nicht viel geplant, umso mehr wurden wir positiv überrascht und unser Aufenthalt in Laos wurde unvergesslich.

Unsere Ankunft

Die Anreise mit einer kleinen Propellermaschine ab Chiang Mai ging problemlos vonstatten…nur für mich mit etwas Übelkeit verbunden. Anscheinend bin ich nicht nur seekrank, sondern vertrage Reisen mit kleinen Maschinen auch nicht so gut. Also betrat ich Laos mit Magenschmerzen und Übelkeit. Bis wir unser Visum on Arrival erhalten haben, verging eine gute halbe Stunde und dann hieß es für uns erst einmal Simkarten besorgen. So machen wir es immer, wenn wir in ein neues Land reisen. Am Flughafen ist es unkompliziert, sich eine Simkarte zu besorgen und man wird auch in der Regel nicht über den Tisch gezogen. 

Während Mike uns die Karten besorgt hat, lag ich draußen auf einer Bank und die drückende Luft machte mein Unwohlsein nicht angenehmer. Wir kamen in Laos während der Burning Season an und der Himmel war leicht gelb verfärbt und kleine Ascheflocken fielen vom Himmel und man konnte die Berge im Hintergrund nur erahnen. 

Um so schöner waren für uns die folgenden Tage, als die Sonne die Qualmwolken durchbrach und uns anstrahlte und wir begonnen haben, das Land und die Menschen zu entdecken und kennenzulernen.

Die Laoten sind wohl das sanftmütigste Volk auf der Welt. Sie sind sehr zurückhaltend, höflich und freundlich und lächeln so gut wie immer. 

Laos ist ein kleines Land voller Abenteuer und Überraschungen. Hier gibt es zwar keine traumhaft weißen Sandstrände, aber dafür wird man mit einem menschlichen Gesamterlebnis beschenkt, das jeden auf den Boden der Tatsachen zurückholt und den Alltagsstress vergessen lässt. 

Luang Prabang

In dieser wunderschönen Stadt, die ebenfalls die älteste intakte Tempelstadt in Südostasien ist, haben wir unsere ersten zwei Wochen verbracht. Wir haben wundervolle Tempel besichtigt, haben einen Tag auf den Reisfeldern verbracht, die atemberaubenden Kuang Si Wasserfälle besichtigt und ebenfalls die Vielfältigkeit an Textilien kennengelernt. 

The Leaving Land

Einen Tag auf den Reisfeldern verbringen und von den Bauern in Luang Prabang lernen, wie Reis angebaut und geerntet wird. Als ich Mike diese Idee vorgeschlagen habe, war er sofort begeistert und somit war die Erfahrung für uns beide etwas ganz besonderes. 

Früh morgens ging es los. Zunächst wurden wir in das alltägliche Leben der Reisbauern eingeführt. Für uns hieß es Flip Flops ausziehen, Bambushut aufsetzen und ab aufs Feld. 

The Leaving Land Farm

Unsere erste Aufgabe bestand darin, die Reissamen in das trockene Feld zu säen und anschließend die Blätter per Hand zu pflücken und ins Reisfeld umzusetzen. Wir waren fast bis zu den Knien im Schlamm und haben die Reispflanzen umgesetzt. Um ehrlich zu sein, hat es mich anfangs etwas Überwindung gekostet, barfuß in diese graue Masse zu treten in die Büffel, während sie umherlaufen, reinpinkeln und ihr Geschäft absolvieren. Auf diese Weise bleibt der Schlamm ebenfalls immer schön wässrig, verklumpt oder trocknet nicht aus. Sie laufen auf dem Feld umher und bearbeiten das Land entsprechend mit ihren Bewegungen…tja, was man nicht alles macht, wenn man etwas erleben möchte. Letztendlich hat es mir doch Spaß bereitet. Ich denke jedoch, dass es für Mike amüsanter war, mich so zu sehen, wie ich jeden Schritt im Schneckentempo gegangen bin, weil ich Angst hatte, in die Schlammmasse zu fallen. In dem Moment kam mir der Gedanke in den Sinn “von der Vorstandsassistentin zur Bäuerin” und musste über mich selbst lachen. Es ist aber alles gut gegangen, ich blieb trocken und war jedoch erleichtert, als es vorbei war.

Auf der Farm gab es diverse Wachstumsstationen, sodass wir den ganzen Prozess vom Reisanbau bis zum fertigen Reiskorn, kennenlernen und durchlaufen konnten. Die Reispflanze wird, wenn sie ausgewachsen ist, mit einem bestimmten Messer abgeschnitten und anschließend gebunden, sodass es wie ein Strauß aussieht und zum Trocknen ausgelegt. Die perfekte Aufgabe für Mike… ich bin währenddessen auf den Reisfeldern spazieren gegangen…das passte doch besser zu mir.

Ebenfalls auf der Farm wurde uns gezeigt, wie die Reiskörner nach dem Trocknen abgeklopft und weiterverarbeitet werden bzw. gesammelt und gemahlen werden, bis hin zum fertigen Reiskorn. Zum Abschluss wurde für uns Reis gekocht und wir konnten mit den Bauern ein traditionelles, laotisches Gericht schlemmen und Reiswein trinken. 

Dieser Tag war für uns ein ganz besonderes Erlebnis und wir werden es so schnell nicht vergessen. Wir haben viel gelernt und es war sehr abwechslungsreich und eine authentische Erfahrung. 

Der Kuang Si Wasserfall

Der majestätische Wasserfall Kuang Si ist ein Naturjuwel und ist Zeugnis für die natürliche Schönheit des Landes. Laos ist wahrhaftig gesegnet mit atemberaubenden Landschaften und Naturwundern.

Eingebettet in den dichten Dschungel im Norden von Laos, ist Kuang Si ein fesselndes Reiseziel, mit seinen türkisfarbenen Wasserfällen, üppigen Umgebungen und vielfältigen Tierarten.

Der Wasserfall befindet sich in der Provinz Luang Prabang, etwa 30 Kilometer südlich der Stadt. Für die Fahrt zum Wasserfall haben wir mit dem Scooter circa 60 Minuten gebraucht, sind durch kleine Dörfer gefahren und konnten auf diese Weise viel mehr von Laos Schönheit mitnehmen. 

Der malerische Wasserfall besteht aus mehreren Kaskaden, die über Kalksteinformationen hinabfließen. Der Hauptwasserfall ist das Zentrum und stürzt aus einer Höhe von etwa 60 Metern in eine Reihe von türkisfarbenen Becken. Die lebendige blaugrüne Farbe des Wassers fesselt und fasziniert jeden beim Anblick. 

Während wir auf den üppigen Waldwegen zum Wasserfall gewandert sind, wurden wir von dem Gesang der Vögel und dem beruhigenden Klang des fließenden Wassers begrüßt. Es gibt mehrere Aussichtspunkte entlang des Weges, die einen Panoramablick auf die umliegende Landschaft bieten.

Als wir das kristallklare Becken am Wasserfall gesehen haben, konnten wir nicht anders als reinspringen. Die erfrischende Abkühlung von der tropischen Hitze hat uns richtig gut getan und war auch nötig. Man darf hier nämlich in den kühlen Gewässern, die umgeben von der Schönheit der Natur sind, baden und entspannen.

Die Gegend um den Wasserfall Kuang Si ist reich an Biodiversität und bietet Lebensraum für verschiedene Arten von Flora und Fauna. Der dichte Dschungel um den Wasserfall ist die Heimat von Affen, Vögeln und anderen Tieren. Um die natürliche Umgebung rund um den Wasserfall zu bewahren, wurden Maßnahmen ergriffen, um das Ökosystem zu schützen und die unberührte Schönheit der Gegend zu erhalten. Daher sollten Besucher verantwortungsvoll sein und keinen Müll hinterlassen sowie Respekt vor der Tierwelt und Vegetation haben.

Der Wasserfall Kuang Si nimmt nämlich einen besonderen Platz in den Herzen der Einheimischen ein, denn er gilt als heilig und wird von Geistern beschützt. Auf dem Gelände entdeckt man kleine Schreine und Opfergaben, die die Verehrung für dieses Naturwunder symbolisieren. Die Umgebung beherbergt auch das Tat Kuang Si Bear Rescue Center, in dem gerettete Bären rehabilitiert und geschützt werden. Das hat uns ziemlich beeindruckt und hat Laos für uns noch schöner gemacht. Der Wasserfall hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ist für uns ein Must See, wenn man in Luang Prabang ist.

Laos durch Textilien kennenlernen

In Laos gibt es so viele Aktivitäten und Ausflüge, die man unternehmen kann, und wir Curlies haben einige davon mitgemacht und jede Einzelne war besonders und hat uns mit der Kultur des Landes vertraut bzw. uns näher gebracht. So auch mein Workshop mit der faszinierenden Vielfalt der Textilien. 

Laos ist besonders für seine vielfältigen Textilien bekannt. In den verschiedenen Regionen des Landes kann man die kunstvolle Handwerkskunst bewundern, die in den Stoffen eingewoben ist und eine tiefgreifende Bedeutung für die lokale Bevölkerung hat.

Die Textilien spiegeln die ethnische Vielfalt der Nation wider, denn jede Ethnie hat ihre eigenen traditionellen Designs, Farben und Webtechniken, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Frauen spielen eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung dieser Traditionen, indem sie die Fähigkeiten des Webens und Färbens an ihre Töchter weitergeben und in Workshops ebenfalls Touristen in diese Welt eintauchen lassen.

Die Herstellung von Textilien ist nicht nur ein künstlerischer Ausdruck, sondern auch eine Möglichkeit, die Gemeinschaft zu stärken. In ländlichen Gebieten von Laos treffen sich Frauen oft, um gemeinsam an Webstühlen zu arbeiten. Dies fördert den Austausch von Geschichten, Liedern und Traditionen, während sie ihre Fertigkeiten perfektionieren.

Die Textilien haben auch eine tiefe symbolische Bedeutung für die laotische Bevölkerung. Muster und Motive erzählen Geschichten über die Natur, Mythen, Legenden und den Alltag. Sie dienen als Ausdruck der Identität und des kulturellen Erbes der Menschen im Land.

Darüber hinaus sind Textilien ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die kunstvollen Produkte werden sowohl im Inland als auch international verkauft, was den lokalen Gemeinschaften Einkommen und wirtschaftliche Chancen bietet.

Die Textilien in Laos sind ein wunderbares Beispiel für die Verbindung von Kunst, Tradition, Gemeinschaft und Wirtschaft. Sie sind ein stolzes Erbe, das die laotische Bevölkerung bewahrt und gleichzeitig die Welt mit ihrer Schönheit und Bedeutung verzaubert. 

Bei meinem Besuch in Laos habe ich die beeindruckenden Textilien erkunden dürfen und selber Schmuckstücke erstellt. Was haltet ihr davon? Habe ich eventuell eine neue Berufung entdeckt? 🙂

Verfasst im Juni 2023