Der Wecker klingelt viel zu früh, die Sonne ist noch nicht aufgegangen und wir müssen aufstehen; es muss sein – es geht schließlich nach Bali. Endlich! Für Mike ist es wie Heimkommen, da er nun zum 6. Mal nach Indonesien fliegt und in Bali 1,5 Jahre während Corona verbracht hat. Für mich hingegen geht ein langersehnter Traum in Erfüllung.

Also stehe ich dafür sehr gerne um 05:00h morgens auf, wenn es draußen noch ruhig ist und die Stadt noch langsam erwacht. Schon witzig, wie sich alles so ändert. Früher stand es für mich um 05:00h aufzustehen an der Tagesordnung und jetzt, während dieser Auszeit, kommt es mir so schlimm vor, da ich nun ohne Wecker den Tag starte und ich muss mich heute wirklich motivieren. Also raus aus den Federn!

Mike hat inzwischen die Espressomaschine gestartet – denn ohne meinen Cappuccino am Morgen geht gar nichts! 

Um 06:00 h machen wir uns mit unseren Backpacks auf den Weg zum Flughafen in Vientiane. Wir verlassen Laos nach einem Monat. Dieses Mal fühlt es sich genau richtig an, einen Ort zu verlassen. Ich freue mich so sehr auf Bali, dass ich es kaum erwarten kann, in den Flieger zu steigen. 

Laos war wunderschön und wir haben 3 verschiedene Orte kennengelernt und Tolles erlebt und unglaublich freundliche Menschen kennengelernt –  aber dennoch: jetzt kommt Bali…yuuhuu! Mein Herz pocht, ist voller Erwartungen und Vorfreude.

Unser Flug nach Bali legt einen 4 Stündigen Zwischenstopp in Bangkok ein. Es ist bereits 13:00h, als wir von Bangkok aus starten…ich zähle die Stunden…noch 5 Stunden und wir kommen an! Die Vorfreude wird immer größer.

Während des ganzen Flugs war der Himmel mit einer dicken Wolkendecke bedeckt, sodass man aus dem Flugzeugfenster aus auf ein Meer voller Wolken schauen konnte. Wie schön sie doch sind in all ihren Formen und ihren unterschiedlichen Größen. Als dann das Flugzeug die Wolkendecke passiert und sich unter uns das Meer auftut, merke ich, wie sich ein dicker Kloß im Hals bildet. Das Meer! Ich liebe das Meer. Endlich sehe ich es wieder. Es war nur 1 Monat, aber es hat mir unglaublich gefehlt. 

Das Meer ist für mich wie ein Heimkommen. Hier fühle ich mich wohl. Es erdet mich und ich kann abschalten. Ich kann meine Gedanken sammeln und meine Gefühle ordnen. Das Meer war für mich schon immer besonders und ich verbinde damit Freude und Glück, es erinnert mich an meine Kindheit und an meine Familie. Es klingt komisch, aber egal wo ich auf der Welt bin, fühle ich mich am Meer mit meiner Familie und Heimat verbunden. Es schenkt mir ein Gefühl von Freiheit und das Rauschen der Wellen beruhigt mich jedes Mal. Das Meer ist für mich meine Wohlfühloase und tankt mich aufs Neue mit Energie und Glückshormonen auf.

Deswegen zieht es mich auch immer wieder ans Meer…und ich bekomme nicht genug davon. 

Abgesehen von diesen Gefühlen und Gedanken realisiere ich tatsächlich in diesem Moment, als sich langsam in der Ferne die Küste von Bali erkennen lässt, dass ich auf Reisen bin. Dass ich tatsächlich meinen Traum lebe und die Welt entdecke. Nach knapp einem Jahr macht es in meinem Kopf plötzlich “klick” und ich spüre, wie meine Augen sich voller Tränen füllen und meine Wangen nass werden. Freudentränen fließen herunter und ich kann nicht mehr aufhören. Meine Gefühle nehmen ihren Lauf und ich weine vor Glück und Freude. Besonders ist es auch hierher, nach Bali zu reisen, für mich unbeschreiblich – ich wollte schon so lange auf diese Insel und jetzt ist es endlich soweit. Ich kann mein Glück kaum fassen und meine Gefühle spielen verrückt.

Ich bin genau da, wo ich sein wollte und wo ich sein sollte.

Verfasst im Mai 2023